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Zur Standortfrage

der Stadtteilbibliothek

Aus einem E-mail - Schriftwechsel zwischen Herrn Hochfeld

und dem Stadtdirektor Sven Wierts

Sehr geehrter Herr StD Wiertz, 2 Mitglieder des Beirats der Lütteraten und ich als Vorsitzender haben am 12.03.2019 als Gäste an der „Sitzung des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung“ im Minoritensaal der Klosterkirche in Lennep teilgenommen und haben mit großer Enttäuschung Ihre Berichterstattung zum Tagesordnungspunkt „Ö 5.6 Stadtteilbibliothek Lüttringhausen“ zur Kenntnis genommen. Außer einer Auflistung der bekannten baulichen Mängel (fehlende Barrierefreiheit für Besucher und Mitarbeiter*innen und nicht vorhandene Kundentoiletten in einer häufig frequentierten öffentlichen städtischen Einrichtung) und einem äußerst vagen Hinweis darauf, dass die Verwaltung der Stadt Remscheid die Unterbringung der Stadtteilbibliothek in Lüttringhausen in die leer stehende Wache der Freiwilligen Feuerwehr Lüttringhausen prüfen will, scheint eine ernsthafte Beschäftigung mit diesem Thema bisher nicht erfolgt zu sein. Zur grundsätzlichen Einschätzung: Es geht hierbei nicht nur um eine Prüfung eines möglichen Standortwechsels. Wir Lütteraten mahnen schon seit 2016 an, dass der derzeitige Standort der öffentlichen Bibliothek in der Gertenbachstraße sehr große bauliche und hygienische Mängel aufweist, die dringend behoben werden müssen. Es geht vielmehr darum, dass die öffentlichen Bibliotheken einem Weiterbildungsauftrag dienen sollen und müssen und sich besonders an die Zielgruppe Kinder und Jugendliche richten sollen. Hier unterstützen wir besonders die Position von Frau Grüdl-Jakobs, die sie anlässlich der 10-Jahres-Feier der Lütteraten im April des letzten Jahres vertreten hat. Wie die baulichen Voraussetzungen für einen solchen Weiterbildungsauftrag aussehen können, lässt sich sehr gut an der Stadtteilbibliothek Lennep sehen: große, helle Räume mit Arbeitsinseln, Arbeitstischen mit Computern und Internetzugang, Arbeitsmöglichkeiten für Schülergruppen… Davon ausgehend ergeben sich für uns Lütteraten folgende Fragen, auf die wir Antworten erbitten: Wann wird der bestehende Mietvertrag für die Räume der Stadtteilbibliothek in der Gertenbachstraße fristgerecht gekündigt, damit nicht eine automatische Verlängerung des Mietvertrages um weitere 5 Jahre in Kraft tritt? Welche Raumgrößen (und welche Ausstattungen) hält die Prüfgruppe in der Verwaltung für eine moderne und attraktive Bibliothek für erforderlich? Dafür muss man keine Dienstreise zur Zentralbibliothek Duisburg unternehmen – ein Spaziergang zur Stadtteilbibliothek Lennep reicht völlig aus. Welche Raumgröße könnte einer Stadtteilbibliothek Lüttringhausen in den Räumlichkeiten der ehemaligen Feuerwache zur Verfügung gestellt werden? Stehen für die Einrichtung einer Bibliothek in dem Denkmal geschützten Gebäude der ehemaligen Feuerwache Landesmittel zur Verfügung und können diese abgerufen werden? Was ist von Seiten der Verwaltung in diesem Zusammenhang bereits unternommen worden? Welche weiteren Pläne verfolgt die Verwaltung, falls die Räumlichkeiten in der ehemaligen Feuerwache Lüttringhausen sich als ungeeignet erweisen? Wir Lütteraten engagieren uns seit mehr als 10 Jahren ehrenamtlich und finanziell für eine attraktive und zeitgemäße Bibliothek in Lüttringhausen. Die Lütteraten und der Heimatbund Lüttringhausen haben nicht nur für den Erhalt der Bibliothek gekämpft, sie nehmen den Weiterbildungsauftrag der Bibliotheken sehr ernst: Sie öffnen die Bibliothek für ganz junge Leser, spielen mit ihnen und lesen ihnen vor, arbeiten mit den ortsansässigen 3 Grundschulen und dem Gymnasium zusammen, bieten für Zugewanderte Hilfen bei dem Erlernen der deutschen Sprache, lesen im Haus Clarenbach vor und bieten vielfältige Veranstaltungen (z.B. die Interkulturelle Lesereihe und die Schreibwerkstätten) an… Eine Bibliothek soll gerade junge Menschen zur Literatur bzw. zum Lesen führen und sie zu einem kritischen Umgang mit den modernen Kommunikationsmitteln befähigen. Um das zu erreichen muss eine öffentliche Bibliothek attraktiv sein und Aufenthalts- und Arbeitsmöglichkeiten bieten. Die derzeitige Bibliothek in der Gertenbachstraße verfügt über 4 sehr kleine Arbeitstische und 1 alten Computer mit Internetzugang… Mit freundlichen Grüßen Hans-Ulrich Hochfeld, Vorsitzender des Vereins DIE LÜTTERATEN
Aus der Antwort von Stadtdirektor Wierts: Sehr geehrter Herr Hochfeld, der Behauptung, eine ernsthafte Befassung mit dem Thema habe stattgefunden, darf ich entschieden entgegentreten. Ich habe in der Sitzung folgende Ausführungen gemacht: „Die Verwaltung hat auf Bitten der Bezirksvertretung die Möglichkeiten geprüft, in der Stadtteilbibliothek Lüttringhausen eine Kundentoilette und eine (vollständige) Barrierefreiheit einzurichten. Die Einrichtung einer Kundentoilette ist grundsätzlich im oberen Bereich der Stadtteilbibliothek möglich und wurde bei Abschluss des Mietvertrages zwischen Vermieter und Mieter bereits als Option benannt. Die Kundentoilette wäre nicht barrierefrei. Die Stadtteilbibliothek verfügt über drei Ebenen, die nicht barrierefrei erschlossen werden können. Die Verwaltung prüft deshalb die Möglichkeiten zur Unterbringung der Stadtteilbibliothek – unter Berücksichtigung der Erfordernisse einer Bibliothek als dritter Ort – in der leerstehenden Wache der Freiwilligen Feuerwehr Lüttringhausen. Die Prüfung dauert an und wird von einer Arbeitsgruppe wahrgenommen, die alle betroffenen Verwaltungsbereiche zusammenführt. Sobald das Prüfergebnis vorliegt werden die verantwortlichen Gremien unterrichtet.“ Die Prüfung hat im Januar begonnen und gestaltet sich mit Blick auf den bestehenden Denkmalschutz des Gebäudes anspruchsvoll. Deshalb haben Herr Beig. Heinze und ich uns dazu entschieden, eine entsprechende Arbeitsgruppe einzurichten, in der interdisziplinär zusammengearbeitet wird. Der Arbeitsgruppe gehören u.a. Vertreter/innen folgender Fachdienste und Abteilungen an: Kommunales Bildungszentrum; Gebäudemanagement (mit Begleitung eines Architekturbüros); Bauordnung; Untere Denkmalbehörde; Liegenschaftsverwaltung (in Zusammenarbeit mit der GEWAG als Hausverwalterin). Wann wird der bestehende Mietvertrag für die Räume der Stadtteilbibliothek in der Gertenbachstraße fristgerecht gekündigt, damit nicht eine automatische Verlängerung des Mietvertrages um weitere 5 Jahre in Kraft tritt? Über den Zeitpunkt und die Modalitäten einer Kündigung kann erst nach Abschluss der Prüfung entschieden werden. Welche Raumgrößen (und welche Ausstattungen) hält die Prüfgruppe in der Verwaltung für eine moderne und attraktive Bibliothek für erforderlich? Dafür muss man keine Dienstreise zur Zentralbibliothek Duisburg unternehmen – ein Spaziergang zur Stadtteilbibliothek Lennep reicht völlig aus. Die Raumgrößen und die Ausstattung sind Gegenstand der Prüfung und beruhen auf den Vorstellungen des Kommunalen Bildungszentrums (vgl. den Vortrag von Frau Grüdl-Jakobs zur Bibliothek als „Dritter Ort“). Gestatten Sie mir den Hinweis, dass der Besuch der Zentralbibliothek Duisburg bereits zu einem früheren Zeitpunkt im Kontext der Diskussion über die künftige Gestaltung der Zentralbibliothek vereinbart wurde und sich mit grundsätzlichen Fragen zur Zukunft des Bibliothekswesen befasst. Ich meine, ein Blick über den Tellerrand ist immer hilfreich und für die Entwicklung eigener Überlegungen dienlich. Welche Raumgröße könnte einer Stadtteilbibliothek Lüttringhausen in den Räumlichkeiten der ehemaligen Feuerwache zur Verfügung gestellt werden? Die in Erwägung gezogenen Flächen stellen in allen bisherigen Modellen eine Vergrößerung gegenüber dem bisherigen Standort dar. Stehen für die Einrichtung einer Bibliothek in dem Denkmal geschützten Gebäude der ehemaligen Feuerwache Landesmittel zur Verfügung und können diese abgerufen werden? Was ist von Seiten der Verwaltung in diesem Zusammenhang bereits unternommen worden? Für den Neu- bzw. Umbau von Bibliotheken stehen keine Förderprogramme zur Verfügung. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat jedoch avisiert, dass die Ausstattung im Rahmen eines modernen Bibliothekskonzeptes gefördert werden könne. Inwieweit Mittel der Denkmalförderung beansprucht werden können, wird noch zu erörtern sein. Welche weiteren Pläne verfolgt die Verwaltung, falls die Räumlichkeiten in der ehemaligen Feuerwache Lüttringhausen sich als ungeeignet erweisen? Die Verwaltung konzentriert sich auf die gegenwärtige Prüfung. Für Rückfragen – gerne auch im persönlichen Gespräch – stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen In Vertretung Sven Wiertz