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Mehr Schwarz als Lila- eine Lesung mit der Autorin Lena Gorelik in der Sophie-Scholl-Gesamtschule Mit großem Applaus wurde am vergangenen Freitag eines der Gesichter der jüngeren deutschen Literatur nach der Vorstellung durch das Mitglied der Veranstaltergruppe Interkulturelle Lesereihe Wolfgang Luge und der Schüler-Moderatorin Anastasia Stojonovic.von den Oberstufenschülern der Jahrgänge 11 und 12 in der Schulaula begrüßt. Diese zweite Lesung in der Gesamtschule – die erste fand im Herbst 2016 mit deutsch- vietnamesischen Autorin Que Du Luu statt – mit der aus St.Petersburg gebürtigen Schriftstellerin lenkte den Fokus auf ein spannungsreiches Beziehungs- flecht zwischen drei Protagonisten aus dem Schul-Umfeld einer Oberstufe. Alex, Paul und Nina, von ihrem Bruder auch „Ratte“ genannt, durchleben die Veränderungen des Erwachsenenwerdens im Rahmen einer innigen Freundschaft. Zu einem Affront kommt es anlässlich einer Klassenfahrt nach Auschwitz, als sich „Ratte“ einem Mädchen außerhalb der Gruppe zuwendet und Alex in eine Kussszene mit Paul auf dem Gelände des Konzentrationslagers verwickelt wird – ein Affront gegenüber dem Andenken an die Ermordeten. Das Kussfoto in den sozialen Netzwerken kursiert dort millionenfach. Der Roman stellt Stilfragen in den Kontext mit den Grenzen der Selbstverwirklichung – in einer klaren, schlichten Sprache und mit vielen kurzen eindringlichen Dialogen. Diese Passage sei von ihr als Autorin nicht als Provokation, sondern als Ausdruck einer momentanen Gefühlslage beider Akteure betrachtet worden. Auf die Frage, ob der Jugendroman auf einer wahren Begebenheit beruhe, verneinte die Autorin das. „Ich glaube nicht, dass wir im luftleeren Raum schreiben.“ Sie nehme seismografisch das gesellschaftliche Umfeld wahr und wenn sie den Zeitpunkt für gekommen halte, sich zu einem Thema äußern zu müssen, dann geschehe dies auch in Form von Essays und Gastbeiträgen in überregionalen Zeitungen und im Deutschlandradio Kultur. Ihr Roman sei ein All-Age-Roman und ein Konglomerat aus Gehörtem, eigenen Erlebnissen und Fiktivem. Auf die Frage, wie lange sich die Fertigstellung eines Romans hinziehen könne, nannte sie einen Zeitraum von gut zwei- bis zweieinhalb Jahre. Das hänge aber auch von dem Lektor ab, der sie begleite. Amüsierte Zustimmung auch aufgrund der multikulturellen Schülerschaft kam auf, als sie den türkischen Schüler „M“ literarisch skizzierte, der fast immer sein Fußball-trikot trage oder an seinem auf dem Tisch stehenden Ayran-Becher..... Auch die Klassifizierung von Referendarinnen: „ Sie sind zu engagiert und legen viel Wert auf das IN in ihrer Bezeichnung, bereiten akkurat den Unterricht vor“ und Referendare: „ Sind zwar auch eifrig, vor allem eifrig darin, uns gefallen zu wollen“- lösten erheiternde Reaktionen in der Schülerschaft aus. Im Deutsch -und Literaturkurs der Oberstufe wird es nun sicherlich zu einer Analyse der kurzweiligen Lesung und zu einer anschließenden lebhaften Aussprache über die Freiheit einer Wertegemeinschaft und den stilistischen Mitteln einer Erzählung über Einsamkeit, Eifersucht, Liebeskummer und Trauer kommen. Die Autorin las am Vorabend in der Zentralbibliothek der Stadt Remscheid aus ihrem Roman Null bis unendlich vor und war zuvor Gast in einem Sechs -Autoren-Gespräch auf der Lit Cologne 2019 mit der Autorin und Publizistin Carolin Emke zum Thema Grenzen verschiedenster Art in der Gesellschaft.
Lena Gorelik in der Sophie-Scholl-Gesamtschule VORANKÜNDIGUNG  Das Veranstalterteam der Interkulturellen Lesung lädt zur nächsten Lesung in die Zentralbibliothek Remscheid ein. Gast ist der deutsch-ungarische Autor AKOS DOMA, der mit seiner Familie 1963 Ungarn verließ und in einer Odyssee über Italien und England schließlich in Deutschland als 14-jähriger eine neue in Eichstätt fand. Nach seinem Studium der Germanistik, Anglistik und Amerikanistik erschien 2001 sein Debütroman DER MÜSSIGGÄNGER und 2011 erschien ein weiterer: DIE ALLGEMEINE TAUGLICHKEIT – eine Gaunerkomödie. In seinem 2017 erschienen Werk DER WEG DER WÜNSCHE  stellt der Autor  das Leben von Flüchtlingen und deren Dasein in der Anonymität dar und die Zeit des Abwartens als verlorene Zeit. Mit großer sprachlicher Kraft versteht er es,, dass Moral und Menschlichkeit unerschütterliche Fundamente aller Fluchtbewe- gungen sind und zarte menschliche Begegnungen dennoch nicht ausgeschlossen sind - so   Neben zahlreichen literarischen Auszeichnung erhielt der Brückenbauer als an- erkannter Übersetzer deutsch-ungarisch weiterhin Stipendien verschiedener europäischer  Der Autor liest in Remscheid am 21.11.2019 um 19 Uhr in der Zentralbibliothek und am 22.11.2019 vormittags im Literatur- und Deutschkurs der Oberstufe in der Sophie-Scholl-Gesamtschule aus seinem letzten Werk                                   Der Weg der Wünsche vor. Der Eintritt ist wie immer frei und die Veranstaltung wird wie immer musikalisch von Musikern mit Migrationshintergrund begleitet.  Das Veranstalterteam freut sich, wieder einen renommierten, vielfach ausgezeichnten Autor für die beiden Lesungen gewonnen zu haben und hofft auf einen regen Zuspruch literarisch aufgeschlossener Bürger zu dieser 14.Lesung. Die Begegnung mit den literarischen Brückenbauer*innen in einer Stadt mit 120 Nationalitäten führte auch zum Angebot der Literaischen Schreibwerkstätten für weiterführende Allgemeinbildende Schulen hier in Remscheid.  Interkulturelle Lesereihe mit Akos Doma Der Schriftsteller Akos Doma; Copyright: Hubert P. Klotzek

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